LOVEPLAY Scala 28.09.2019

 

 

 

V.l.n.r. Johanna Rehm, Philipp Stix, Eszter Hollósi,

Samantha Steppan, Leopold Selinger

 

Loveplay

von Moira Buffini

Premiere: 28. September 2019
Weitere Termine: 01.10. – 19.10. 2019 jeweils Di-Sa um 19:45 Uhr

 

Eszter Hollósi, Philipp Stix

 

Diese moderne, feministische und ironische Variante des Reigen zeigt uns sechs Darsteller und Darstellerinnen in mehr als 30 Rollen, die in zehn Akten, die durch zweitausend Jahre am gleichen Ort stattfinden, ein riesiges, mal amüsantes, mal berührendes, mal gewalttätiges Panorama über Liebe und Sex in den unterschiedlichsten Ausprägungen präsentieren. Poetisch und brutal, satirisch und mitfühlend überraschen die verschiedensten Geschichten.

Inszenierung und Raum: Bruno Max
Kostüm: Alexandra Fitzinger
Musik: Fritz Rainer
Maske: Gerda Fischer

Fotos Bettina Frenzel

Es spielen:
Eszter Hollósi, Johanna Rehm, Samantha Steppan, Leopold Selinger, Pilipp Stix, Matthias Tuzar

 

Leopold Selinger, Philipp Stix.

 

Vom römischen Legionär, der vor dem Lagertor eine keltische Prostituierte davon überzeugen will, dass eine Münze als Zahlung für ihre Dienste genauso gut ist wie das sonst übliche Huhn, über verliebte Nonnen im Mittelalter, schüchterne Swingerpärchen in den wilden sechziger Jahren bis zur lesbischen Besitzerin einer heutigen Dating-Agentur, die durch ihre Freundin ins Chaos mit ihren liebesbedürftigen Onlinekunden gestürzt wird. Schüchterlinge und Vergewaltiger, Verwirrte und Entschlossene wechseln einander durch zehn Zeitalter ab – Liebe, Lust und Leidenschaft bleiben aber auch nach zwei Jahrtausenden ein Mysterium.

 

Rezension

SCALA Theater zum Fürchten

Loveplay

Schauplatz: London vor 2000 Jahren bis in die jetzige  Zeit! Schon im Titel kommt das Spiel über die Liebe an die heutige Bedeutung von Sexspiel heran. Moira Buffini konnte in ihrem Stück die Gepflogenheiten bei Liebeswerbungen innerhalb von 79 n.Chr. bis 20xx in 31 Rollen eindrucksvoll aufzeigen. Eine Mammutleistung für Bruno Max welcher das Stück hervorragend inszenierte und die sechs Schauspieler sowie die Maske und Kostüme welche mit ihren andauernden Rollenwechsel hinter der Bühne besonders engagiert waren. Satire und Ironie verfeinern unterschwellig die komplizierten menschlichen Eigenschaften bei zwischenmenschlichen Beziehungen, lassen dabei Amüsement aufkommen. Als guter Publikumsleitfaden entpuppen sich dabei die ober der Bühne gezeigten Videobilder über den jeweiligen Handlungszeitraum in London.

Leopold Selinger konnte in all seinen fünf Rollen hochwertig und nachhaltig überzeugen. Als Geistlicher „Buttermere“ lief er zu seiner Höchstform auf. Johanna Rehm konnte ihre Rollenspannweite vom ersten Bild (Geschäftsfrau Dorcas zur Römerzeit) bis zum zehnten Bild (Gegenwart, „Brigitte eine Alleinstehende“) ganz toll ausdrücken. Philip Stix bestach mit seiner einerseits ungestümen Rolle als „Römer“ und der genau umrissenen Figur des „Handwerkers“. Eszter Hollósi glänzte besonders in den Rollen als die „Klosterfrau Matilda“ und als „Wissenschaftlerin Roxanne“. Matthias Tuzar vom düsteren „Sachsen Erik“ bis zum „Revolutionär Quinn“ konnte alle von ihm gespielten Figuren dem Publikum bestens näherbringen. Samantha Steppan, spielte von der aufmümpfigen „Rebellin Hilda“ bis zur teils unschlüssigen „Bürokraft Rita“ gefühlt sehr nuanciert. Eine gelungene abwechslungsreiche Darstellung der „Liebe“ in 2 Jahrtausenden. Langer Applaus belohnte alle Mitwirkenden für ihren umfassenden und gefühlvollen Einsatz von welchem sich sicher viele Zuseher ein Stück Gedankengut mitnehmen können.

infos-news  Alfred Klein

 

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