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ONKEL WANJA SCALA WIEN

Sonntag, Februar 26th, 2017

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„ONKEL WANJA“

Anton Tschechow

von

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REZENSION


Inszenierung & Raum: Rüdiger Hentzschel
Kostüm: Alexandra Fitzinger
Musikalische Leistung: Fritz Rainer

Dirk Warme, Selina Ströbele

Es spielen:
Susanne Altschul, Margot Ganser-Skofic, Sonja Kreibich, Selina Ströbele, Rainer Doppler,

Rainer Friedrichsen, Ludwig Kaschke, Dirk Warme

Rainer Friedrichsen, Selina Ströbele,



weitere Termine:
21.02. – 11.03. jeweils Di – Sa um 19.45 Uhr

Reservierung und Info: 01/544 20 70
Homepage: www.theaterscala.at

Rainer Friedrichsen,, Selina Ströbele,

Margot Ganser-Skofic, Rainer Doppler

Kartenpreise: Kategorie A: 22 €,Kategorie B: 17 €

v.l.n.r. Selina Ströbele, Rainer Doppler, Christine Jirku, Sonja Kreibich

Kartenreservierung erforderlich!

Ermäßigung für Gruppen, Schüler, Studierende und Club Ö1.

ALLE FOTOS BEI FRENZEL

Rezension FOLGT:

Warum einfach wenn´s auch kompliziert sein kann ! ?

Auf dem Landgut seiner verstorbenen Schwester, weit draußen

in der russischen Provinz arbeitet „Onkel Wanja“ -offiziell

Iwan Petrowitsch Wojnitzki genannt- gespielt von Dirk Warme,

als Gutsverwalter. Schon seit einem viertel Jahrhundert

bringt Onkel Wanja diese Leistung, um aus dem kargen Ertrag

des Gutes dem Professor Wladimirowitsch Serebrjakow,

gespielt von Rainer Friedrichsen, ein angenehmes Leben in

Moskau zu bieten und gleichzeitig sich selbst und seiner

Nichte Sonja, gespielt von Sonja Kreibich, ein gerade noch erträgliches Leben zu ermöglichen. Dieses eintönige Leben auf dem einsamen Stück Land wird nur manchmal durch den Besuch des Bezirksarztes Dr. Astrow (Rainer Doppler) unterbrochen und dadurch aufgelockert. Astrow wird von Sonja heimlich verehrt. In Moskau wird jedoch das Leben teurer sodaß der Professor beschließt aus seinen spärlichen Besuchen auf dem Gut einen längeren Aufenthalt des Nichtstuns zu machen um von den weniger werdenden Erträgen selbst leben zu können. Er bringt auch

gleich seine sehr hübsche Gattin aus zweiter Ehe, Jelena Andrejewna (Selina Ströbele) sowie seine Schwiegermutter

aus erster Ehe Maria Wassiljewa Wojnitzkaja (Susanne

Altschul) mit. Dr.Astrow ist von Jelena sehr inspiriert. Der

Arzt begehrt Jelena und will auch gleich eine Affäre mit

ihr beginnen. Sie ist dem Gedanken anfänglich nicht abgeneigt

zieht sich aber nach einigen Versuchen von Dr. Astrow

aus gesellschaftlichen Gründen zurück. Sonja, ihre

Stieftochter verstärkt gleichzeitig ihre Bemühungen um

den Bezirksarzt mit nur mäßigem Erfolg und ist darüber

sehr unglücklich. Während all dieser Ereignisse spielt die

alte Kinderfrau Marina (Margot Ganser-Skofic) den Katalysator

und versucht die Wogen zu glätten. Sie meint :

„GEGEN LANGE WEILE HILFT ARBEIT UND GEGEN

LIEBESKUMMER DER LINDENBLÜTENTEE“. Tschechow

läßt durch Marina die Dezenien der Lebenserfahrung aufblitzen.

Das ruhige Leben auf dem Lande ist jedoch dem Professor zu langweilig. Seine Verkaufsgedanken über das Landgut werden

von Onkel Wanja aus dessen Existenzgründen nicht gutiert, sodaß sich Professor Serebrijakow entschließt wieder nach Moskau

retour zugehen. Zurück in diesem Durcheinander, bleiben Onkel Wanja, seine Nichte Sonja sowie der Arzt Astrow und Marina.

Sonja Kreibich als Tochter des Professors ist auch das personifizierte und auch glaubwürdige Frauenopfer des

Stücks.

Astrow im Wissen um die Vergeblichkeit seiner Begehren zu Jelena und der Ablehnung Sonjas Liebe durch ihn, kämpft sich entlang von Fatalismus, Weltschmerz, Trostlosig- und Hoffnungslosigkeit bis zu nervender Wut.

Das Wechselspiel der Begierde zwischen Astrow und Jelena

sowie der Liebe Sonjas zu Astrow als gesellschaftliches

Feuerwerk kann nur durch die Darstellung des Iwan

Petrowitsch Wojnitzki (Dirk Warme) in seiner Rolle

des ausgenützten hart arbeitenden Gutsverwalters

übertroffen werden welcher das triste Landleben äußerst

glaubwürdig darstellt.

Alle Rollen konnten dem Publikum so nahegebracht werden,

sodaß der Schlußapplaus demgemäß heftig und langanhaltend

ausfiel. Wieder ein Stück des Scala-Ensembles welches

zwischen der damaligen und heutigen Gesellschaft die

Differenzen schmelzen und das Publikum in

Nachdenklichkeit zurück läßt. Herrliche Kostüme und

die ausgeprägte Handschrift Rüdiger Hentzschels bei

Inszenierung und Raum rundeten den Abend.

A. Klein infos-news