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01.06.2016 WRESTLING RITA

Mittwoch, Juni 1st, 2016

Wrestling Rita Scala 01.06.16

Laute Show-Musik empfängt den Besucher beim Betreten des zum Wrestling-Ring umfunktionierten Zuseherraumes. Die Stimmung einer Wrestling-Show mit Glitzer und Glimmer ist allgegenwärtig. Ein Geschlechterkampf (eine Lebensgeschichte) über zehn Runden beginnt.

Ringrichter Schiri (Ronny Hein) läuft ein und begrüßt die erste Reihe des Publikums mit zustimmenden Handschlägen, begibt sich in den Ring und stellt die nach und nach einlaufenden Akteure vor. Ritas Eltern (Claudia Marold als Mama und Rochus Millauer als Papa) sowie Ritas Schulfreundin Platin Sabin (gespielt von Teresa Renner) versuchen schon bei der kindlich dargestellten Ritafigur (Klara Steinhauser) ihren Einfluß geltend zu machen. Rita läßt schon als Kind ihrer dargestellten Naivität freien Lauf. Die heranwachsende Rita wird dabei innerhalb eines Wrestlingmatch während der Anfangsrunden aufgrund ihrer burschikosen Art immer wieder als Mädchen abqualifiziert.

Als Rita ihrem Papa einmal eröffnet: „Ich Will nicht heiraten. Ich will meine Unabhängigkeit. Ich will jemand sein“ antwortet ihr Papa: „A verheiratete Frau is eh scho jemand, oda wüst leicht sag´n das de Mama net a Jemand is?“ Diese Sager begleiten Rita durch das gesamte Stück und beleuchten den etwas feministischen Hintergrund.

Langsam gelingt Rita durch fleißiges Training die Achtung ihrer Person zu steigern und ihren Traummann Tino the Rock (Tino Führer) auf sich aufmerksam zu machen. Dies steigert sich in den nächsten Runden bis zur Heirat von Rita mit Tino. Querschüsse durch ihre Schulfreundin Platin Sabin drohen Wrestling Rita ihr neues Glück zu zerstören. Eiserner Wille bringt Rita in der 10. Runde den Sieg über Tino the Rock. Das Publikum wird in die tosenden Scenen voll involviert und gib der Komödie das Flair einer lebendigen Wrestling-Hall. Das dargestellte Milieu bei Papa und Mama wurde dabei äußerst glaubwürdig in den Ring gebracht. Markus Ganser konnte durch Inszenierung, Raumgestaltung und Textfassung wieder einmal exzellent überzeugen. Das Wrestlingtraining mit Humungus (Gerhard Hradil) ließ die Show frappierend echt aussehen. Die „Lichtspiele“ von Andreas Pamperl und Francesco Sologuren ergaben Höhepunkte und Scenenhinweise welche ohne dieser Scheinwerferführung nicht möglich gewesen wären. Aus der kindlichen Rita wurde in dem Stück eine kämpfende und (sieg-) erfolgreiche Frau. Für`s Publikum ist etwas Verständnis für den Dialekt von Vorteil um allen Nuancen des Stücks nahtlos folgen zu können. 01.06.2016 infos-news A.Klein