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OTHELLO v WILLIAM SHAKESPEARE

Mittwoch, Januar 13th, 2016

OTHELLO

WILLIAM SHAKESPEARE bearbeitet v BRUNO MAX

Ein mit der Rolle des Othello verschmolzener Tino FÜHRER

Othello, eine Tragödie welche etwa zu Beginn des 17. Jahrhunderts von William Shakespeare geschrieben wurde, hat Bruno Max sehr glaubhaft in die Jetztzeit versetzt. Gedankliches Vorbild soll angeblich die 1571 geschlagene Schlacht von Lepanto (Heilige Liga: Der Papst in Rom mit Spanien, Venedig Genua u. A. gegen das Osmanische Reich) gewesen sein. Das Stück könnte somit nicht nur die damalige Situation im östlichen Mittelmeer als hintergründige Ausgangslage für die Handlung benützt haben sondern die damals wie heute geltenden zwischenmenschlichen Beziehungen. Ein echter Strahlemann und General verliebt sich in das junge etwas naive Mädchen Desdemona (Selina Ströbele) und heiratet sie. Aber als General hat Othello auch viele Neider und Intriganten um sich. Sein Vertrauter Fähnrich Jago (Alexander Rossi) ist aus nichterfolgter beruflicher Beförderung und Eifersucht auf seine eigene Frau Emilia (Christina Saginth), entschlossen seinen General zu vernichten. Leider wird dabei die Frau des Generals Desdemona zum Mittelpunkt Othello´s Zorn und auch sein Opfer. Da Jago immer wieder mit Einflüsterungen ganz beiläufig des Generals Ehre kränkt, bringt er Othello dazu, eine nichtvorhandene Liaison zwischen seinem Leutnant und seiner Frau zu glauben und in unendliche Wut zu geraten. Am Höhepunkt der Emotionen bringt der General seine Frau aus Eifersucht um. Tino FÜHRER als Othello ist nicht nur eine darstellermäßige Glanzleistung sondern hat für den Mohr von Venedig auch eine körperliche imaginäre Verschmelzung beim Publikum bewirkt.

Christina Saginth als Jago´s Frau Emilia

Jago und seine Frau konnten durch ihr vollendetes Intrigenspiel die niederen Instinkte der Menschen so glaubhaft ansprechen, daß manchem Zuseher Gedanken über Menschen aus seiner eigenen Umgebung kamen.

Der Rest des Ensembles hat die Professionalität so gut unterstützt, daß man von einer besonders gelungenen Aufführung sprechen kann.

Infos-news Alfred Klein